der Geheime Garten

Donnerstag, 26. März 2009

Im Vorbei-p-flug

eingefangen
Flügel der Lust


Schwinge,
Flügel der Lust,
erhebe dich über
unseren Atem.
Verweile
unbemerkt.

Erhebe dich
leicht und
leite
uns zärtlich
in ein nie
endendes Lied.

Trage
uns fort,
mit weichen
und
fordernden
Schlägen
den Träumen
des Augenblicks
entgegen.
© Michael Lüttke 2006

Komme, Küssefänger
Komm doch, steh nicht nicht länger
An die Tür gelehnt;
Lieblingsduftverströhmend
Und mit tropfend´ Haar...
Komme, Küssefänger.
Habe mich gesehnt;
Kaum ist´s noch bezähmend,
Was Phantasie gebar.

Komm, dass ich bestaune,
nicht nur Deinen Körper, Dich;
Kerzenscheinverspielt
In mattem Feuchteglanz.
Komm, dass ich dir raune
Heimlichste Gelüste,
Um endlich unverhüllt
Dich zu geniessen ganz.
© ???


Seltsam.
Meine Welt bricht zusammen.
Die Zukunft ist ungewiss...
... doch in mir macht sich so eine kribbelnde Zuversicht breit,
dass das alles genauso seine Richtigkeit hat.
?
!
Tz.

Beflügelt: die Falkin

Mittwoch, 18. Februar 2009

Erdbeermund

Du... du... ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein süßer Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal.
Dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manchen Sommer lang
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Komm... komm... komm her... ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...
Ah... ah... ah du... ah du... du ach,
ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!
Ah...

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hat's auch kein Glück gebracht;
nicht wahr, hast nur den roten Mund noch aufgespart,
für mich, für mich, für mich, so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee ein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Ich habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Ach, oh wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
Oh du... du oh... du,
ich bin so wild nach deinem Erdbeermund! Oh ...

François Villon, (1431 - 1465),
eigentlich François de Montcorbier oder des Loges,
französischer Magister und Dichter
Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeauim
interpretiert von Klaus Kinski und InExtremo <= Prädikat empfehlenswert!
SEXY!

Sonntag, 16. November 2008

Hühnerei zum Sonntach

Ich will es mit Dir treiben
im Schweiße Deines Angesichts
will meine Lust austreiben
an der Glut Deiner feurigen Hitz

Ich will es mit Dir treiben
will reiten mit Dir diese Schlacht
in der wir uns bekriegen
gierig, wütend, nimmersatt

Ich will es mit Dir treiben
will hören jenen TriumphesSchrei
mit dem wir aus dem Feuer der Begierde
eine kurze Unendlichkeit werden frei.

...wir treiben uns durch die Welten
implodieren hin zu Sternenstaub
und schließlich fallen wir sanft hernieder
wie im Herbste der Blätter müdes Laub.

Komm nimm ein Bad inmitten meiner Lenden
belebe Dich an meiner Lust, atme meine Gier!
Wird dieses Feuer jemals enden?
Du und ich - verschmolzenes WIR.

Oh ich will es mit Dir treiben...

© Falkin 2008 (Rubrik: Blaulicht im Hühnerstall Kapitel: Treibhaus-Effekt)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Freyjas Feuer lichterloh

Welch eine Nacht, ihr Götter und Göttinnen...

Welch eine Nacht, ihr Götter und Göttinnen!
Wie Rosen war das Bett! Da hingen wir
Zusammen im Feuer und wollten in Wonne zerrinnen!
Und aus den Lippen flossen dort und hier,
Verirrend sich, unsre Seelen in unsre Seelen! -
Lebt wohl, ihr Sorgen, wollt ihr mich noch quälen?
Ich hab' in diesen entzückenden Sekunden,
Wie man mit Wonne sterben kann, empfunden!
- Gaius Petronius Arbiter -


Wir im Welteninnen


Pflanze auf meine Lenden
Deiner Liebesküsse Raserei:
Sieh: mein Schrei
Brüllt wie eine Fackel auf zu Weltenbränden.

Lass die Sterne bleich ins Nichts verrinnen,
Lass die Erde sich in Asche modern,
Wir im Welteninnen
Werden wie die Hölle ewig lodern.
Klabund (1890-1928)


Nachtgebet einer Braut

O mein Geliebter - in die Kissen
bet ich nach dir, ins Firmament!
O könnt ich sagen, dürft er wissen,
wie meine Einsamkeit mich brennt!

O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!
O laß ihn mir im Traume nahn,
mich wie die Erde um ihn schwingen
und seinen Sonnenkuss empfahn.

Und seine Flammenkräfte trinken,
ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,
oh Welt, bis wir zusammensinken
in überirdischem Erglühn!

O Welt des Lichtes, Welt der Wonne!
O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!
O Traum der Erde: Sonne, Sonne!
O mein Geliebter - mein Gemahl!
Richard Dehmel (1863-1920)

und kurz eine persönliche Notiz
...kennt hier jemand Skispringen?
Ja? Gut. Und was passiert, wenn der Skispringer,
der gerade die Schanze runterprescht
kurz vorm Absprung überlegt, die Notbremse zu ziehen
und kehrt zu machen...
Tscha.
Vielleicht muss man sich die Dinge entwickeln lassen,
vielleicht befiehlt der Lauf der Dinge, die Angst zu bezwingen
Wer weiß das schon.
Kapitel: Hühnerfrikassee, Rubrik: EroTick, Motto: Es ist stärker als ich

Dienstag, 21. Oktober 2008

Für einen Seidhgeier und eine bodenständige Ostelfe

wahlweise auch Hähne und Falken,
Drachen - und Rachengold,
oder Blaulichter, Rotlichter, Rolf Lichter u.a.,
all jene, die lustvoll lieben
all jene, durch die sich die Götter küssen
aber ganz eigentlich NUR für meinen Bruder und meine Schwägerin


Lass mich in deinem stillen Auge ruhen,
dein Auge ist der stillste Fleck auf Erden.
Es liegt sich gut in deinem dunkeln Blick,
dein Blick ist gütig wie der weiche Abend.

Vom dunkeln Horizont der Erde
ist nur ein Schritt hinüber in den Himmel,
in deinem Auge endet meine Erde.
Max Dauthendey

Wir träumten von einander
und sind davon erwacht;
wir leben, um zu lieben,
und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinem Traume,
aus deinem trat ich hervor,
wir sterben, wenn sich Eines
im Andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern
zwei Tropfen, rein und rund,
zerfließen in Eins und rollen
hinab in des Kelches Grund.
Friedrich Hebbel

Das Wagnis Liebe


Sich zu verlieren –
ohne die Gewissheit gefunden zu werden,
sich total einzulassen –
mit dem Risiko der Enttäuschung,
sich zu verschenken –
ohne den anderen zu verpflichten.
Das ist die einzige Möglichkeit,
den anderen zu gewinnen
und nicht am anderen Ufer
allein stehen zu bleiben.
Rutger Barkot

Sieh, wie sie zueinander erwachsen:
In ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiß und hinreißend kreist.
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
Wache, und sieh: Sie bekommen zu sehn.
Lass sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.
Rainer Maria Rilke

Spürst du es nicht,
wenn ich um dich weine,
bist du wirklich so weit?
Und bist mir doch
das Schönste, das Eine,
um das ich sie trage,
die Einsamkeit.
Selma Meerbaum-Eisinger

Ich finde, wo ich, o Geliebter, hin mich wende,
am Anfang find ich Dich und finde Dich am Ende.
Dem Anfang geb ich nach, in Dir verliert er sich,
dem Abschluss späh ich nach, aus Dir gebiert er sich.
Du bist der Anfang, der sich aus sich selbst vollendet,
das Ende, das zurück sich in den Anfang wendet.
Und in der Mitte bist Du selber das, was ist:
Und ich bin ich, weil Du in mir die Mitte bist.
F. Rückert

Ihre Liebe wuchs von Monat zu Monat. Manchmal war sie wie ein Fluss, wie ein großer Strom, der durch ihre Seelen floss, tief und gewiss. Dann brauchten sie keine Beweise der Liebe. Dann glaubten und vertrauten sie. Sie wussten. Sie ruhten in diesem Strom, ließen sich von ihm tragen und ahnten das Meer, auf das er zufloss.

Aber es war nicht immer so. Es gab auch Tage der Unsicherheit und mangelnden Vertrauens. Dann brauchten sie Beweise und Ausdrücke der Liebe. Dann erinnerten sie sich selbst und einander an ihre Liebesfähigkeit und an ihre Entscheidung, zu lieben gegen alle Widerstände. Sie erlaubten sich die Schwäche des Zweifels. Sie verdrängten ihre Gefühle nicht, sondern gaben sie zu und besprachen sie. Sie entdeckten, dass ihre Schwächen sie zueinander führen konnten, wenn sie sie zugaben.

So wuchs aus Freude und Not ihre Sehnsucht nach diesem Strom weiter. Und ihre Fähigkeit, ihn zu erleben und sich von ihm tragen zu lassen, wuchs mit ihrer Sehnsucht.
Ulrich Schaffer

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